Presseartikel zum 35-jährigen Meisterjubiläum

Meisterstück wärmt noch heute.
Geisleder Ofenbauer Hildebrand feiert Jubiläum / Kachelofenbau im Wandel der Zeit

Schon früh stand für den gebürtigen Geisleder fest, dass er einmal Öfen setzen möchte. Gestern feierte der Geisleder Ofenbaumeister sein 35-Jähriges Meisterjubiläum. Anlass für den Eichsfelder, auch auf die Zeiten vor der Wende zurückzublicken.

Geisleden, 11.November 2009. Seinen ersten Ofen -einen kleinen Lehmbackofen- baute Horst Hildebrand als achtjähriger auf dem Katzenfeld in Geisleden. "Der hat so gut funktioniert, dass ich seit diesem Tag nur noch Ofenbauer werden wollte", erinnert er sich. Dieser Wunsch verstärkte sich noch, als der Junge in den Ferien in der Heiligenstädter Papierfabrik arbeitete. Denn auch später im Berufsleben den ganzen Tag an einer Maschine zu stehen, war für den damals 14-Jährigen unvorstellbar.

1962, nach Abschluss der 10. Klasse, begann Horst Hildebrand seine Lehre bei der PGH Josef Riedl in Heiligenstadt. Hier musste neben der praktischen Arbeit auch das Anfertigen von Grundrissen und Zeichnungen gelernt werden. Auch heute arbeitet der inzwischen erfahrene Meister noch mit handgefertigten Zeichnungen für seine Kunden. Auf die Ausbildung folgten einige Jahre als Geselle, bis er schließlich von 1971 bis 1974 die Meisterschule in Güstrow besuchte. Sein Meisterstück- ein Kachelofen- baute Hildebrand 1974 in seinem Heimatdorf. Dieser wärmt bis heute Winter für Winter das Haus der zufriedenen Besitzerin.

Ofenbaumeister Horst Hildebrand in seiner Kaminausstellung in Geisleden

Das Ofenbauhandwerk war im Laufe der Zeit immer wieder von Umbrüchen geprägt. Zu Zeiten der DDR war der holz-und kohlebefeuerte Kachelofen für viele Haushalte die einzige verfügbare Wärmequelle. "Meist waren nur drei bis vier verschiedene Kachelsorten zu bekommen, sodass uns wenig Spielraum für die individuelle Gestaltung der Öfen gegeben war", erinnert sich Hildebrand. Das änderte sich nach der Wende schlagartig. Während anfangs die Umrüstung alter Kachelöfen auf Heizöl oder Erdgas das Hauptgeschäft des Ofenbaumeisters ausmachte, entwickelte sich eine immer stärkere Nachfrage nach individuell gestalteten Kaminen als zentrales Gestaltungselement in Wohnzimmer oder Küche.

Seit Beginn des neuen Jahrtausends ist die Kundschaft zunehmend an Effizienz und Wärmeausnutzung der Ofenanlagen interessiert.
Bis zur Wende wurden die Kachelöfen in Akkordarbeit "hochgezogen". Je schneller ein Ofen fertig war, desto mehr Geld konnte man verdienen. Deshalb waren vor allem die Wohnblocks, in die bis zu 20 Kachelöfen pro Block eingebaut wurden, beliebte Baustellen des Ofenbauers.

Mit dem Mauerfall konnte sich Hildebrand dann endlich seinen Traum verwirklichen und als selbstständiger Ofenbaumeister tätig werden. Ausgestattet mit einer geschenkten Schreibmaschine und einem Skoda mit Anhänger bestritt er die ersten Geschäftsjahre. Dabei war die Verständigung mit den Kunden nicht immer einfach. "Ein Telefon hatten wir am Anfang noch nicht", so Hildebrand "Da war man oft auf die Gunst des Nachbarns oder des Pfarrers angewiesen."

Heute ist Ofenbau Hildebrand auf die Fertigung indiviueller und energieeffizienter Kamine und Kachelöfen spezialisiert. Zum Jubiläum wird das Telefon vermutlich besonders häufig klingeln.

Text: Thüringer Allgemeine
Foto: Ofenbau Hildebrand

Wir über Uns

Ofenbau Hildebrand wurde 1990 in Geisleden, bei Heiligenstadt gegründet und ist ein eingetragener Meister- und Innungsbetrieb. Vierzig Jahre Berufserfahrung im Kamin- und Kachelofenbau garantieren hohe handwerkliche Kompetenz und Qualität in der Ausführung. Egal, ob Sie sich für einen Kachelofen, Kamin oder Kachelherd von Ofenbau Hildebrand entscheiden, wir entwickeln mit Ihnen Ihr individuelles und an Ihre Räumlichkeiten angepasstes Einzelstück.